Vaillant VWS Erdwärmepumpe: Soledruck niedrig

Seit Anfang an beobachte ich, wie der Soledruck unserer Vaillant Erdwärmepumpe Jahr für Jahr sinkt. Glücklicherweise ist es kein Leck in den Soleleitungen, sondern nur ein bekanntes Problem: Die Luft entweicht nach und nach irgendwo oben am Ventil im weißen Plastikausgleichsbehälter. Wenn irgendwo die Sole verloren ginge, könnte man das am sinkenden Pegel im Ausgleichsbehälter sehen und das wäre viel schlimmer. So zeigte bei mir die Wärmepumpe bei 0,5 bar eine Warnung an. Auch wenn nur die Luft entweicht, muss man irgendwann auffüllen, denn die Vaillant VWS Wärmepumpe schaltet ab ca. 0,2 bar wegen niedrigem Soledruck einfach ab.

Ans Gewinde am Ventil auf dem Ausgleichsbehälter komme ich bei mir gar nicht ran. Da ist ziemlich fest ein „Abflussrohr“ für den Soleüberschuss (noch nie gebraucht) installiert. Deswegen habe ich mich an dieses Abflussrohr mit einem PVC-Schlauch (22 mm Innendurchmesser) angeschlossen und am anderen Ende aus drei PVC-Fittingen eine luftdichte Reduzierung auf 8 mm gebastelt. Darauf passt ein 12V-Autoreifenkompressor. Dann mit dem Kompressor schnell etwa 2,5 bar Druck im Rohr gemacht und kurz das Ventil oben geöffnet. Es geht mit einer leichten Vierteldrehung auf. Deswegen sollte man am Ventil nicht rumspielen, solange man keine Pumpe zum Wiederaufpumpen hat. Jetzt ist bei mir wieder 1,3 bar in der Soleleitung und die Wärmepumpe ist zufrieden.

Irgendwo am Ventil entweicht die Luft
Irgendwo am Ventil entweicht die Luft
Mit Autokompressor wieder Druck machen
Mit Autokompressor wieder Soledruck machen
Jetzt ist der Soledruck wieder in Ordnung
Jetzt ist der Soledruck wieder in Ordnung

Rauchmelderpflicht – Das ist zu beachten

Rauchmelder sind eine wichtige Sicherheitseinrichtung für bewohnte Häuser und Räume. Viele Ursachen können zu einem Brand führen. Es ist erwiesen, dass Menschen für gewöhnlich Rauch im Schlaf nicht oder zu spät wahrnehmen. Die Rauchvergiftung mit einhergehender Bewusstlosigkeit kann somit schon einsetzen, bevor das Feuer selbst die schlafenden Bewohner direkt gefährdet.

Auf der Basis der Festlegungen zur Rauchmelderpflicht in der EU gilt der Einbau von Rauchmeldern inzwischen in allen deutschen Bundesländern. Dennoch sind bei Hauseigentümern und Mietern viele Fragen zum Rauchmelder und zur Rauchmelderpflicht offen. Die folgenden Ausführungen sollen zu einigen Fragen mehr Klarheit schaffen.

1. Wer hat die Pflicht zum Einbau und zur Wartung von Rauchmeldern?

Grundsätzlich ist der Haus-/Wohnungseigentümer oder Bauherr zum Kauf und zur Installation der Rauchmelder verpflichtet. Eine bindende Verpflichtung für Rauchmelder gibt es inzwischen für alle Bundesländer in Deutschland für alle Neubauten. Bei Neubauten ist der Bauherr verantwortlich. Für die Nachrüstung in Bestandsbauten gelten in den Ländern unterschiedliche Fristen für die Installation von Rauchmeldern.

Fristen der Bundesländer zur Nachrüstung mit Rauchmeldern bei bereits bestehenden Häusern

Baden-Württemberg: 31.12.2014
Bayern: 31.12.2017
Berlin: 31.12.2020
Brandenburg: 31.12.2020
Bremen: 31.12.2015
Hamburg: 31.12.2010
Hessen: 31.12.2014
Mecklenburg-Vorpommern: 31.12.2009
Niedersachsen: 31.12.2015
Nordrhein-Westfalen: 31.12.2016
Rheinland-Pfalz: 11.07.2012
Saarland: 31.12.2016
Sachsen: keine Regelung
Sachsen-Anhalt: 31.12.2015
Schleswig Holstein: 31.12.2010
Thüringen: 31.12.2018

Rechtlich nicht eindeutig geklärt ist die Frage, ob Mieter in Bestandsbauten den Einbau von Rauchmeldern vom Eigentümer fordern können. Bei der Nachrüstung seitens des Vermieters wird es sich jedoch immer um eine Modernisierungsmaßnahme handeln, die er kostenpflichtig auf die Mieter umlegen kann.

Mieter können jedoch für die Wohnungen auch selbst Rauchmelder kaufen und sie installieren, bzw. installieren lassen. Bei der Rauchmelder-Installation durch den Eigentümer/Vermieter muss dieser den Nachweis der Funktionstüchtigkeit der Geräte belegen, ebenfalls die Wartung übernehmen. Für den Nachweis gelten die Sichtkontrolle oder Funkkontrolle/Fernkontrolle. Die Verantwortung für die Betriebsbereitschaft der Rauchmelder liegt – je nach Bundesland – bei den Eigentümern oder den Bewohnern/Mietern.

Nicht zum Einbau von Rauchmeldern verpflichtet sind Gewerbebetriebe, Praxen, Bürogebäude, Büroräume und weitere Betriebseinrichtungen. Da hier die eigentliche Aufgabe der Geräte, schlafende Personen zu warnen, entfällt. Hier greifen ausschließlich die Vorschriften der Brandschutzverordnungen für die jeweiligen gewerblichen genutzten Immobilien.

2. Welche Arten von Rauchmeldern gibt es?

Rauchmelder unterscheiden sich durch drei verschiedene Funktionsweisen:

  • foto-optische Rauchwarnmelder
  • Rauchmelder mit Ionisations-Technik
  • thermo-optische Rauchwarnmelder
  • Wärmemelder

Als übliche Kaufempfehlung darf immer der foto-optische Rauchmelder gelten. Diese Betriebsweise ist so massiv auf dem Markt vertreten, dass viele Kunden sie für die einzige Funktionsweise halten.

Der Rauchmelder funktioniert auf Basis einer Diode, die einen Infrarotstrahl abgibt und einem Sensor. Bei Rauchentwicklung wird der Infrarotstrahl gebrochen und trifft auf den Sensor, wobei der Alarm im Gerät ausgelöst wird. Geradezu vergessenswert sind die Melder mit Ionisations-Technik, da hier ein radioaktives Element zwischen zwei Metallplatten eingebettet ist. Hier wird Strom erzeugt. Der Stromfluss verringert sich bei Rauchentwicklung durch die teilweise Bindung der Ionenverbindungen an den Rauch, und der Alarm wird ausgelöst.

Die Entsorgung dieser Rauchmelder, insbesondere nach einem Brandfall mit Zerstörung der Rauchmelder, ist sehr problematisch, weshalb in der Praxis diese Technik kaum eine Rolle spielt. Die thermo-optischen Geräte sind eine Kombination aus Wärmemelder und foto-optischem Rauchmelder. Diese Melder reagieren auch, wenn in der Umgebung die Temperatur einen maximalen Wert übersteigt. Die Technik wird seltener angeboten, ist aber auch unter gut bewerteten Modellen bei den Tests zu finden. Für die Küche, das Bad, die heimische Sauna eignet sich der reine Thermomelder/Wärmemelder. In diesen Räumen kann wegen des Wasserdampfs kein Rauchmelder installiert werden. Die Thermomelder alarmieren, wenn die Temperatur in einem solchen Raum etwa über 50 Grad oder 60 Grad ansteigt. Für andere Räume sind diese Warngeräte nicht geeignet.

Unabhängig von diesen grundlegenden Funktionsweisen gibt es noch Funktionsvarianten wie

  • Funk-Rauchmelder und
  • Rauchmelder mit Warneinrichtung für Hörgeschädigte.

Funk-Rauchmelder verfügen noch über ein spezielles Funk-Modul und bieten die Möglichkeit beim nachträglichen Einbau die verschiedenen Geräte miteinander per Funk zu vernetzen. Dabei werden verschiedene Rauchmelder miteinander verkoppelt, so dass der Alarmton auch in weiter entfernten Räumen empfangen werden kann. Sinnvoll ist die Vernetzung u.a. zwischen dem Schlafzimmer der Eltern und dem Kinderzimmer oder von Räumen im Unter- oder Dachgeschoss des Einfamilienhauses mit Räumen des Wohnbereichs. Viele Senioren haben Hörprobleme, aber es gibt auch zahlreiche jüngere hörgeschädigte Menschen. Hier gibt es zum Rauchmelder spezielle Vibrationspads, die auf den Warnton des Rauchmelders reagieren. Sie müssen allerdings am Bett angebracht werden, und zwar im kopfnahen Bereich. Zusätzlich zum Warnton können auch Blitzleuchten eingesetzt werden, die so installiert werden müssen, dass hörgeschädigte Menschen durch den Lichtblitz geweckt werden.

3. Was ist beim Kauf von Rauchmeldern zu beachten?

In erster Linie sollte die Aufmerksamkeit beim Kauf von Rauchmeldern der Qualität gelten. Die CE-Kennzeichnung ist generell vorgeschrieben. Sie zeigt allerdings nur die Prüfung nach EN 14604 nach den Vorschriften im Raum der EU an. Darüber hinaus gibt es aber Qualitätsunterschiede. Bei einigen Modellen kommt es auffallend häufig zum Fehlalarm. Verständlich, dass nach einigen nervigen Fehlalarmen das Gerät meist einfach abgeschaltet wird. In dem Fall ist jedoch die wichtige Schutzfunktion bei einem Brand nicht mehr gegeben. Auch Rauchmelder, die in zu kurzen Intervallen blinken, werden von den Bewohnern als störend empfunden und oft einfach abgeschaltet. Sehr aussagekräftig für die Qualität ist das deutsche Q-Siegel. Hier werden die Rauchmelder auch auf die Reduzierung von Fehlalarmen, besondere Stabilität und eine fest installierte 10-Jahres-Batterie geprüft. Auch die höhere Langlebigkeit wird dabei einer Prüfung unterzogen. 10 Jahre beträgt die übliche Lebensdauer von Rauchmeldern eines guten Standards. Für das Eigenheim mit mehreren Etagen, große Lofts, Maisonette-Wohnungen und für Familien mit Kinderzimmern sind Funk-Rauchmelder eine sehr gute Lösung. Die Anschaffung ist teurer, bietet aber für die genannten Wohnobjekte erheblich mehr Sicherheit.

Sichere Güte- und Kaufempfehlungen bieten unabhängige Testberichte wie zum Beispiel von der Stiftung Warentest. Dabei schneiden sowohl sehr günstige Geräte wie auch Rauchmelder im höheren Preissegment mit „sehr gut“ ab. Der günstigste Rauchmelder mit der Note „sehr gut“ bei Stiftung Warentest kostet beispielsweise nur 7,99 Euro, der teuerste Rauchmelder mit einem „sehr gut“ 73,50 Euro. Das spiegelt in etwa auch die Preisspanne für die Anschaffung von Rauchmeldern.

4. Wo und wie sollen Rauchmelder eingebaut werden?

Unbedingt sollten in allen Wohnräumen, im Kinderzimmer, im Gästezimmer und über dem oberen Treppenabschluss Rauchmelder installiert werden. Im Einfamilienhaus sollte auch im Dachgeschoss ein Rauchmelder vorhanden sein, selbst wenn das Dachgeschoss nur als Speicher genutzt wird. Die Rauchmelder im Keller und im Heizungsraum machen eigentlich nur Sinn bei einer Vernetzung. In Küche und Bad können Wärmemelder installiert werden.

Für die verschiedenen Modelle gibt es unterschiedliche Montageweisen. Faktisch an jeder Decke möglich ist die Befestigung mit Schrauben. Die werkzeugfreie schnelle Montage durch Verkleben erfordert eine zu 100 % glatte und saubere Fläche, damit der Rauchmelder dauerhaft hält.

5. Was ist für die Wartung der Rauchmelder zu beachten?

Alle Rauchmelder müssen auch regelmäßig und fachgerecht gewartet werden. In den Bundesländern ist es unterschiedlich geregelt, ob die Wartung eine Verpflichtung des Eigentümers oder des Mieters ist. Kritische Stimmen warnen allerdings davor, die Wartung in Mehrfamilienhäusern, großen Miethäusern, auf die Mieter zu übertragen. Kontrollierbarer ist in solchen Wohngebäuden die Wartung in der Hand des Eigentümers durch einen Wartungsdienst, der jährlich einmal dieser Aufgabe nachkommt und die Wartungsarbeiten gesammelt dokumentiert. Rauchmelder im Einfamilienhaus oder in der Mietwohnung, die von den Mietern installiert wurden, müssen vom Eigentümer vom Haus oder dem Mieter gewartet werden.

Die Wartung ist immer von einem Fachmann mit nachgewiesener Qualifikation durchzuführen. Bei der Wartung, die einmal während jeweils 12 Monaten vorgeschrieben ist, werden die Warnfunktionen gründlich überprüft und anschließend dokumentiert. Bei der Jahresinspektion der Rauchmelder fallen pro Gerät Kosten von etwa 4 Euro bis 8 Euro an. Vermieter können diese Kosten im Rahmen der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter umlegen.

Autor: Mark Schatz, Gründer von obrero.de

Mark Schatz, Autor dieses Artikels und Gründer des Testportals obrero.de befasst sich seit vielen Jahren mit dem Thema Hand- und Heimwerken und den dafür am Markt angebotenen Produkten. Auch verschiedene Rauchmelder wurden von ihm und seinem vierköpfigen Team kürzlich unter die Lupe genommen.

Automatische Dosierung für den Pool (Teil 4: Erste Erfahrungen)

Seit Anfang Mai überlasse ich die Poolchemie der selbstgebauten Dosiersteuerung und kann jetzt über die ersten Erfahrungen berichten. Mein kleines Poolhäuschen wurde zur ausgebauten Poolzentrale, voll mit allerlei Mess- und Dosiereinrichtungen. Die Dosierlogik mit zahlreichen Sicherheitschecks habe ich in FHEM aufgebaut. Auf der Seite Poolsteuerung mit FHEM steht jetzt alles im Detail beschrieben. Die ph-Steuerung ist eher unspektakulär. In den ersten Wochen nach dem Wasserwechsel stieg der ph-Wert recht steil an, so dass ich alle 2-3 Tage 500 g vom ph-Senker (ich habe noch genug Natriumhydrogensulfat auf Lager) reinschmeißen durfte, um beim ph-Wert immer wieder von ca. 7.5 auf 7.0 zu kommen. Die letzten Wochen ist es viel ruhiger geworden: Trotz täglicher Zugabe vom (leicht alkalischen) Flüssigchlor steigt der ph-Wert kaum an. Der Verbrauch vom flüssigen ph-Senker (50% Schwefelsäure) ist minimal. Die billige ph-Elektrode muss zwar alle paar Wochen kalibriert werden, ist aber immer noch steil genug und liefert nachvollziehbare Werte.

Viel interessanter ist die Chlordosierung nach Redox-Potential. Meine erste billige Redox-Elektrode für 40 € war super schnell. Man konnte schon nach 5-7 Minuten nach der Chloreinspritzung den Effekt sehen. So schnell mischt sich das Wasser im Pool also durch. Aber die Zuverlässigkeit der billigen Sonde hat schnell abgenommen, man konnte sie fast täglich neu kalibrieren. Und da die Abhängigkeit zwischen freiem Chlor im Wasser und dem Redox-Wert exponentiell ist, spielt schon eine große Rolle, ob die Sonde 740 mV oder 750 mV gibt. Gute Redox-Elektroden im Einzelhandel zu finden, ist übrigens gar nicht so einfach. Ich habe dann eine Glaselektrode von Pooldigital (125 € inkl. Kabel) genommen. Ich habe sie jetzt seit ein paar Wochen im Einsatz und bis auf ihre Trägheit bin ich sehr zufrieden. Trägheit heißt: Wenn ich Chlor dosiere, sieht die Sonde den Effekt deutlich erst in 30-40 Minuten. Runter geht’s schneller. Das macht die genaue Steuerung etwas schwieriger. Sie schießt leicht drüber und es entstehen „Wellen“. Aber besonders präzise muss die Redox-Steuerung auch nicht sein, darauf kommt’s nicht an. Ich habe mit der Dosierung jetzt den Zielwert von 760 mV angepeilt und messe mit Scuba II meist irgendwas zwischen 0,3 und 0,6 ClF. Also passt. Auch die subjektive Wasserqualität ist perfekt.

Messen und Dosieren geht logischerweise nur bei laufender Pumpe. Im stehenden Wasser geht der Redox-Messwert ca. 1 Stunde hoch, bevor er langsam absinkt. Wenn dann die Pumpe anläuft, sprint er noch mal gerne 20 mV runter. Damit über Nacht kein sehr großer „Chlor-Mangel“ entsteht, lässt die Steuerung die Pumpe noch mal spät abends 30 Minuten zum Aufchloren laufen. Auch bei laufender Pumpe geht der Redox-Wert immer runter, vor allem wenn die Sonne scheint oder wenn es regnet, wenn gebadet wird oder (ganz deutlich) beim Bodensaugen. Der Flüssigchlorverbrauch ist daher stark wetterabhängig und schwankt bei mir zwischen 650 ml und 1250 ml pro Tag. Um nicht zu oft den Kanister zu wechseln, bin ich von 10-Liter- auf 20-Liter-Gefäße umgestiegen. So reicht ein Chlorkanister für 3-4 Wochen. Dabei versuche ich den Pool schon sauber zu halten und habe sogar die Skimmersocken eingeführt, um den Filter zu entlasten. Automatische Dosiersteuerung ist unterm Strich eine tolle Sache. Wenn ein motorisierter 6-Wege-Ventil nicht so sauteuer wäre, könnte man den Pool dann sogar länger als 2 Wochen unbeaufsichtigt lassen.

Die ausgebaute Poolzetrale mit Mess- und Dosiertechnik
Die ausgebaute Poolzetrale mit Mess- und Dosiertechnik
ph- und Redox-Elektroden beim Arbeiten
ph- und Redox-Elektroden beim Arbeiten
Chemiekanister, Dosierpumpen und Aktoren
Chemiekanister, Dosierpumpen und Aktoren
Aktuelle ph- und Redox-Werte jederzeit sichtbar
Aktuelle ph- und Redox-Werte jederzeit sichtbar
Wichtigste Poolwerte auch auf dem Wand-Tablet
Wichtigste Poolwerte auch auf dem Wand-Tablet
Auswertung der Pool-Chemie im Tagesverlauf
Auswertung der Pool-Chemie im Tagesverlauf

Automatische Dosierung für den Pool (Teil 3: ph und Redox mit Arduino messen)

Zu einer automatischen Pool-Dosierung fehlten mir noch die Mess-Elektroden und vor allem das, womit ich sie auslesen und die Werte zu FHEM übertragen kann. In FHEM kann dann die ganze Dosierlogik stattfinden und die Dosierpumpen entsprechend geschaltet werden. Das Auslesen von feinen elektrischen Spannungen auf den ph-/Redox-Elektroden ist nicht trivial. Es gibt auf dem Markt kaum fertige Geräte mit Netzanbindung, um ph/ORP-Werte auszulesen. Ich habe mich daher für einen Eigenbau mit Arduino entschieden und in den Wintermonaten wochenlang dran geschraubt.

Arduino-Uno-Clones und passende Erweiterungsmodule dazu bekommt man bei Aliexpress für sehr kleines Geld. Es gibt im Angebot auch ein ph-Verstärker-Modul mit einer BNC-Buchse für ca. 16 USD inkl. Versand, was ich letztendlich auch genommen habe. In diesem Modul werden die paar Millivolt, die eine Sonde produziert, in eine am Arduino-Analogeingang messbare Spannung von 0 bis 5 Volt umgewandelt (Anschlusspin Po). In dem Modul ist vermutlich auch etwas für eine Temperatur-Bereinigung des ph-Wertes verbaut (Pins To und Do). Wie das genau funktioniert, konnte ich jedoch nicht rausfinden. Es gibt auch andere  ph-Module für Arduino, die etwas mehr kosten, z.B. von Atlas Scientific, von Phidgets oder von Dfrobot.  Alle haben ohne weitere Zusätze wahrscheinlich ein Problem: Die fehlende galvanische Trennung. Spätestens sobald man zwei Elektroden an einem Arduino anschließt und im gleichen Wasser hält, liefern sie beide Schrottwerte, da die Ströme zwischen den Elektroden fließen. (Wobei ein Blogger aus Frankreich mit Phidgets-Modulen das irgendwie geschafft hat, ph- und ORP-Elektrode an einem Arduino zu betreiben.)

Ein fertiges Verstärker-Modul mit galvanischer Trennung habe ich nicht gefunden. Es gibt ein-zwei Projekte im Internet, aber nichts lieferbares. Einen Messverstärker selbst zusammenzulöten, erschien mir zu aufwändig, zumal ich nur rudimentäre Kenntnisse der Elektronik habe. Deswegen habe ich die galvanische Trennung so hergestellt, dass ich pro Elektrode einen eigenen Arduino Uno nehme und diesen über einen eigenen linearen Stromwandler auf AMS1117-5.0 Basis und einen isolierenden DC-DC-Wandler mit Strom versorge (ich habe die Murata-Module NME0505SC mit 1 Watt genommen). Somit wird jeder Arduino Uno als Ganzes schon in der Stromversorgung galvanisch entkoppelt. Die Versorgungsspannung muss übrigens auch sehr stabil sein, da sonst die analogen Readings des Arduino, die die Versorgungsspannung als Referenz nehmen, driften. Deswegen ist jeweils ein eigener linearer Regler vorgeschaltet.

Die beiden Arduinos mit Verstärker-Modulen machen bei mir wenig anderes als die analogen Eingänge zu lesen, die Werte zu glätten und mit den eigenen sehr günstigen 433MHz-Radio-Modulen rauszufunken. So bleibt die galvanische Trennung intakt. Eine Temperatur-Kompensation habe ich gar nicht implementiert, denn diese ist im ph-Bereich um 7.0 eh kleiner als jede Messtoleranz. In den Mess-Arduinos habe ich auch die Kalibrierungslogik für die Elektroden einprogrammiert. Für den eigentlichen Kalibrierungsvorgang haben diese Module zwei Taster (für Kalibrierpunkte ph 7.0 und ph 4.0 – man kann natürlich beliebige andere Werte einprogrammieren) bzw. einen Taster (Kalibrierpunkt ORP 465 mV) bekommen. Somit ist die Kalibrierung super einfach: Die Elektrode in die Pufferlösung reinhalten, bis sich der Wert stabilisiert, und einmal drücken. Einen Redox-Verstärker habe ich übrigens mit einer kleinen Modifikation aus einem ph-Verstärker gemacht. Die ph-/ORP-Sonden liefern ja beide Millivolts, nur in etwas unterschiedlichen Ranges.

Ein dritter Arduino Uno empfängt bei mir dann auf 433MHz die ph- bzw. Redox-Werte von den beiden Mess-Arduinos. An der Nummer Drei werden drahtgebunden auch andere Sensoren angeschlossen: für Druck, Temperatur und Durchfluss. Mit einem Ethernet-Shield für Arduino wird hier auch ein minimalistischer Webserver aufgemacht und FHEM kann alle Werte ablesen. Für eine stabile Internet-Verbindung musste ich dem W5100-Chip auf dem Ethernet-Shield die Beine Nr. 64 und 65 durchschneiden. So läuft er fest auf 10 Mbit/Fullduplex und nicht im Auto-Modus, was zumindest mit meiner Fritzbox 7390 oft zu Aussetzern geführt hatte. An diesem dritten Arduino habe ich auch ein I2C 20×4-LCD-Display angeschlossen, wo die Werte permanent visialisiert werden.

Ein großes praktisches Problem schon beim Messen im Glas Wasser war das Rauschen. Vor allem die Schaltnetzteile induzieren Störungen auf die sensiblen Elektroden und hauptsächlich auf ihre Kabel. Die abgelesenen Werte zeigen im Ergebnis eine große Streuung von bis zu einigen Prozent. Ich habe dann per Zufall rausgefunden, dass die Streuung wesentlich geringer ausfällt, wenn man den Minuspol des Gleichstromausgangs vom Netzteil einfach erdet. Zum Befestigen der Komponenten im Gehäuse hat sich eine transparente 2mm-PVC-Platte als sehr praktisch erwiesen. Ein Gehäuse mit transparentem Deckel erspart Ausschnitte für LCD. Bei Fragen zu Details und Verbesserungsvorschlägen immer gern.

Die ersten Experimente mit Arduino und ph-Modul
Die ersten Experimente mit Arduino und ph-Modul
Zwischenstufe: Zwei Arduinos, zwei Elektroden und ihre galvanische Trennung mit DC-DC-Wandlern
Zwei Arduinos, zwei Sonden und galv. Trennung
Vorläufige Endausbaustufe für meinen Auslesecomputer
Vorläufige Endausbaustufe für meinen Auslesecomputer
Messverstärker für ph-Elektrode
Messverstärker für die ph-Elektrode
ph-Arduino mit eigenem Stromregler, Kalibrierbuttons und Funkmodul auf einem Proto-Shield
ph-Arduino mit Zusätzen auf einem Proto-Shield
Arduino mit galvanischer Trennung und PH-Messmodul
Arduino mit Anschluss und  PH-Messmodul

Automatische Dosierung für den Pool (Teil 2: Messstrecke)

Nur mit Dosierpumpen wird meine selbstgebaute Dosieranlage nicht automatisch dosieren können. Man braucht mind. eine ph- und eine Redox-Elektrode, um die Wasserwerte zu messen und danach zu steuern. Die sensiblen Sonden dürfen nicht einfach im Hauptstrom der Filterpumpe eingetaucht werden, sondern brauchen eine Messstrecke mit einem geringeren Durchfluss. Die günstigste Messzelle für zwei Elektroden auf dem Markt bekommt man als Ersatzteil zur Swimtec-Dosieranlage immerhin für 44 EUR. Dazu braucht man noch 8/6-mm-PVC-Schlauch, entsprechende Verschraubungen und kleine Kugelhähne mit 1/4″-Außengewinde.

Die Messzelle macht einen soliden Eindruck. Sie ist für Elektroden mit einem PG-13,5-Gewinde gedacht, die man direkt einschrauben kann. Wenn man günstigere Elektroden ohne Gewinde nimmt, kann man entsprechende Kabelverschraubungen (PG 13,5) nehmen und die Elektroden mit 12mm-Schaft bequem dareinklemmen. Man muss dann nur in der Rückwand der Messzelle etwas wegschleifen, damit sich die Kabelverschraubungen komplett einschrauben lassen. So habe ich das gemacht. Zur Abdichtung immer Teflonband reindrehen und zusätzlich passende O-Ringe drauf. Bei eBay findet man alles.

Die Wasserentnahme ist auf der Druckseite der Pumpe vor den Dosierventilen. Hier öffne ich den Kugelhahn komplett, damit in der Zelle etwas Überdruck gibt und keine Luft angesaugt wird. Der Wasserrücklauf ist auf der Saugseite der Filterpumpe. Es gibt da günstigerweise eine 1/4″-Ablassschraube. Hier regele ich mit dem Kugelhahn, wie viel Wasser durch die Zelle geht. Swimtec empfiehlt 30-60 l/h für die Messzelle. Beim Einstellen hilft ein Durchflussmesser. Es gibt analoge und digitale sehr günstig aus China. Glücklicherweise kommt bei mir keine Luft in die Messzelle rein. Auch nicht beim Stillstand oder beim Rückspühlen. Das ist oft ein ernstes Problem, denn die Sonden dürfen nie trocken werden. Beim Poolreinigen mache ich zur Sicherheit die Messstrecke dicht, denn die Luft aus der Messzelle rauszubekommen, geht nur indem man die Elektroden wieder aufschraubt.

Wasserentnahme für die Messstrecke in der Düsenleitung
Wasserentnahme für die Messstrecke
Durchflussmesser und die Messzelle (noch ohne Elektroden)
Durchflussmesser und die Messzelle
Rücklauf des Messwassers auf der Saugseite der Pumpe
Rücklauf des Messwassers auf der Saugseite der Pumpe

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